Festschrift an Prof. Dr. Bernhard Großfeld überreicht

Anlässlich seines „runden“ Geburtstages im vergangenen Dezember, ehrten nun Weggefährten, berufliche Mitstreiter und Familie Prof. Dr. Bernhard Großfeld, einen der renommiertesten Münsteraner Juristen, mit einem Festakt im Bischöflichen Schloss zu Münster. Als Höhepunkt der Feierlichkeiten wurde Großfeld eine Festschrift, deren Initiator unser Partner Wolf Achim Tönnes war, als Geburtstagsgabe überreicht.

Dem zentralem Thema der Festschrift, der Unternehmensbewertung, hatte der Jurist in seiner beruflichen Laufbahn stets große Bedeutung zugemessen und den fachkundigen Blick in seiner Forschungsarbeit dabei nie an den Grenzen der juristischen Disziplin enden lassen. Dies machte der Jubilar auch in seiner Danksagung nochmals deutlich und schloss mit den Worten: „Über das Unternehmensrecht öffnete sich mir das Internationale, das Bilanzrecht machte mir die Relativität der Zahlen und die Macht der Zeichen bewusst.“

Geboren am 30. Dezember 1933 in Bad Bentheim, studierte Großfeld Rechtswissenschaften in Freiburg, Hamburg und Münster und promovierte 1960 zum Dr. iur. 1963 erwarb er an der Law School der Yale University den akademischen Grad eines Master of Laws (LL.M.) und habilitierte sich 1965 in Tübingen in den Bereichen Bürgerliches Recht, Handels- und Wirtschaftsrecht, Internationales Privatrecht sowie Rechtsvergleichung. Von 1967 bis 1973 wirkte er als ordentlicher Professor an der Universität Göttingen, bevor er den Ruf an die Westfälische Wilhelms-Universität Münster annahm, wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1999 blieb.

Es folgte eine außerordentliche wissenschaftliche Laufbahn. Das Institut für Internationales Wirtschaftsrecht etablierte er als Direktor als eine der bedeutendsten Forschungseinrichtungen dieser Disziplin in Deutschland. Auch das Institut für Genossenschaftswesen leitete Großfeld mit großem Erfolg. Zudem maß Großfeld in seiner Karriere auch stets der interdisziplinären Zusammenarbeit hohe Bedeutung bei.

Das weit gespannte Interesse von Bernhard Großfeld kam auch in dem Festvortrag zum Ausdruck, den Prof. Dr. Nikolas Guggenberger zum Thema „Digitalisierung des Rechtes – Chancen und Risiken“ hielt. So entscheiden Passkontroll-Automaten an Flughäfen bereits heute über die Einreiseerlaubnis und Algorithmen über die Chancen einer Bewerbung bei einem Unternehmen. Guggenberger führte aus: „Der Mensch tendiert dazu, einer maschinell getroffenen Entscheidung größere Richtigkeit zuzubilligen als einer von Menschen getroffenen“ und riet deswegen dazu, stets auch die Art und Weise der „Gesetzesauslegung“, die in der Programmierung der Algorithmen notwendigerweise zum Ausdruck kommt, im Blick zu behalten. Der Ausbildung des akademischen Nachwuchses tief verbunden, engagierte sich Großfeld stets in besonderem Maße für seine Studenten und akademischen Schüler, die er mit Begeisterung durch das „Zauberland der Jurisprudenz“ führte.

Nicht nur Jurist mit Leib und Seele, sondern auch Familienmensch: Mit seiner Frau Maria zog Bernhard Großfeld sechs Kinder groß. Diese bilden gemeinsam mit 17 Enkelkindern seinen persönlichen und emotionalen Lebensinhalt.

Als Initiator der Festschrift betonte Tönnes abschließend: „Prof. Dr. Großfeld hat auch meinen Werdegang beeinflusst und begleitet. Als Akademiker sucht er sicher seinesgleichen. Dafür wollten wir ihn heute ehren und ihm für sein berufliches Engagement danken.”

Foto: Michael Mücke

Bild: Wolf Achim Tönnes (links), Prof. Dr. Bernhard Großfeld (rechts)

Das könnte Sie auch interessieren: